Sprungschichten auf dem Echolot interpretieren

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Sprungschichten lassen sich vor allem in stehenden Gewässern wie großen Seen auf dem Echolot sehr gut erkennen.

Häufig führen sie aber auch zu Fehlinterpretationen und immer wieder erreichen uns Fragen, was denn eigentlich diese dicke Linie auf dem Echolot ist.

Sprungschichten in stehenden Gewässern

Sprungschicht auf dem Echolot

„Was soll denn die dicke Linie da auf 15 Meter auf meinem Echolot? Sind das alles Fischsicheln?“

Hier wurde mit dem Angelboot über eine abfallende Kante gefahren. Auf dem Echolot ist das normale 2D Sonarbild gut zu erkennen. Der Grund (rote Bodenlinie) fällt langsam von ca. 10 Metern Tiefe auf 23 Meter ab. In 15 Meter Wassertiefe ist eine ziemlich dicke Linie aus starken Echolotsignalen zu erkennen. Diese scheint einzelne Fischsicheln zu enthalten, doch kann man sich wirklich sicher sein, dass es sich dabei um Fische handelt? Und was ist dann der Grund für die anderen Signale, die das Echolot so geballt in 15 Meter Wassertiefe empfängt?

Der Grund ist tatsächlich die Sprungschicht. An ihr sammeln sich Unmengen von Plankton, Schwebstoffen die für das geballte Signal auf dem Echolot verantwortlich ist. Was man also auf dem Echolot sieht, ist nicht etwa nur die Sprungschicht selber, sondern auch die vielen Schwebstoffe wie Algen und niedere Tiere, die sich an ihr sammeln.

Zeigt das Echolot auch Fischsicheln an?

Sprungschicht auf dem Echolot mit Fischsicheln

In der normalen 2D Ansicht (links unten) würde jeder von dicken Sicheln in der Sprungschicht ausgehen. Erst das Side Imaging (oben) und Down Imaging (unten rechts) bringen die Wahrheit ans Licht bzw. auf das Echolot: Hier lohnt das Angeln nicht, die vermeintlichen Sicheln sind nämlich nur dicht zusammengedrängte Schwärme von Kleinfischen!

Ja, auf dem Echolot sind Fischsicheln zu finden. Und natürlich haben Sie auch schon erkannt wo und sind sich sicher, das man an dieser Stelle das Angelboot aufstoppen sollte, um die dicken Sicheln in der Sprungschicht zu beangeln. Diesen Zahn muss ich leider ziehen – fahren Sie einfach weiter zum nächsten Hotspot, denn an dieser Stelle lohnt sich das Angeln nicht! Das obige Bild ist also ein klassisches Beispiel dafür, wie sehr der Angler durch ein Echolot getäuscht werden kann, wenn er das Echolotbild nicht richtig zu deuten weiß. Abhilfe schafft in diesem Falle das Umschalten auf Side Imaging und Down Imaging.

Nun ist also klar, was man im 2D Sonar noch als dicke Fischsicheln in der Sprungschicht erkannte stellt sich im Side und Down Imaging als nicht lohnenswerter Schwarm von Kleinfischen heraus. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es bei der Interpretation von Signalen auf dem Echolot ist, sich nicht nur auf eine Ansicht zu beschränken. Gerade Side Imaging und Down Imaging können in Kombination mit dem normalen 2D Sonar einen ganz erheblichen Erkenntnisgewinn bewirken, auf den man als Angler nicht verzichten sollte.

Wieso kann man auf dem Echolot Sprungschichten überhaupt erkennen?

Natürlich können moderne Echolote Sprungschichten auch ohne die Ansammlung von Schwebstoffen gut darstellen. Der Grund dafür ist, dass Wasser bei unterschiedlichen Temperaturen verschiedene Dichten aufweist. Die größte Dichte hat Wasser bei 4°C, es ist also schwerer als wärmeres Wasser und sackt zum Boden. Darüber lagert sich das wärmere Wasser mit höherer Dichte an. Der Übergang vom schweren zum leichteren Wasser beträgt häufig nur wenige Zentimeter und wird Sprungschicht genannt. Das ganze kann man sich eigentlich wie den Phasenübergang zwischen Öl und Wasser in einem Glas vorstellen.
Direkt an der Sprungschicht kommt es also zu einer plötzlichen Änderung der Dichte des und genau diesen Dichteunterschied stellen Echolote bekanntlich dar, indem Sie zum Beispiel die luftgefüllte Schwimmblase von Fischen als besonders starkes Signal erfassen, da Luft bekanntlich eine viel geringere Dichte als Wasser hat.

Kann man Sprungschichten auch im Side Imaging Modus sehen?

Ja auch das geht bei guten Echoloten problemlos, wie auf dem Bild links zu erkennen. Ungefähr auf halber Wassertiefe befindet sich dort die Sprungschicht, wie im linken 2D Sonar zu erkennen. Auch auf der rechtsseitigen Side Imaging Ansicht erkennt man den Beginn der Sprungschicht auf der Hälfte der Wassertiefe. Diese wird durch den dunkelblauen Korridor dargestellt. Dieser Bereich ist die Wassersäule unter dem Angelboot, welche dann nach links und rechts aufgeklappt wird. Auf der hälfte (also halber Wassersäule unter dem Angelboot) beginnt die Sprungschicht, genau wie im 2D Sonar. Da Side Imaging links und rechts neben der Wasseräule (also links und rechts neben dem tiefblauen Bereich) einen Schnitt durchs Wasser wie bei einer Computertomographie darstellt ist die Sprungschicht logischerweise links und rechts über das gesamte Side Imaging Bild verteilt und zwar über dem Gewässergrund und den dort liegenden Baumstämmen.

Sprungschicht in der Side Imaging Ansicht

Sprungschichten sind sogar im Side Imaging auf dem Echolot erkennbar.

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