Brauchen Echolote und Fischfinder GPS?

Wenn du beabsichtigst ein Echolot oder einen Fischfinder zu kaufen, wirst du dich bestimmt schon gefragt haben, ob das Echolot auch GPS und eine Kartenplotterfunktion haben sollte. Oder ob du eventuell doch mit einem günstigen Fischfinder ausreichend versorgt bist, der nicht über GPS verfügt.

Diese Frage werden wir in diesem Artikel klären.

Die Frage nach den Pros und Contras von Echoloten mit GPS und Kartenplotter-Funktion bewegt Angler vor allem aus einem Grund: Echolote mit GPS-Funktion kosten mehr als Fischfinder, die kein GPS besitzen. Vor dem Kauf eines neuen Fischfinders sollte also geklärt werden, ob sich die Mehrausgabe eines integrierten Kartenplotters mit GPS-Antenne lohnt.

Als aktiver Echolotangler frage ich mich vor allem eines: Wie kann man als erfolgreicher Angler diese Frage überhaupt stellen, wenn es um die Anschaffung eines Fischfinders geht? Natürlich lohnt sich der Kauf eines Echolots mit GPS und Kartenplotter. Einen Fischfinder ohne GPS zu kaufen wäre ungefähr so, als wenn man heutzutage einen Neuwagen ohne Zentralverriegelung kaufen würde. Gibt es so etwas überhaupt noch?

Inhaltsverzeichnis

Mehrwert eines Echolots mit GPS ist höher als der Preisaufschlag

Klar, ein Echolot mit GPS kostet etwa 10 bis 15 Prozent mehr als ein Fischfinder ohne GPS. Dennoch sollte man als ernsthafter Angler meiner Erfahrung nach beim Kauf von Fischfindern auf eine GPS Funktion achten. 50 Euro mehr oder weniger können bei einem Echolot, das ohnehin schon 300 Euro kostet, doch nicht wirklich den Braten fett machen.

Der Mehrwert, den man für den Kauf eines Fischfinders mit GPS erhält, ist für Echolotangler ungleich höher und absolut gerechtfertigt. Ok, ganz ehrlich und ganz persönlich von Angler zu Angler? Du wirst dich ärgern, wenn du beim Kauf eines Echolotes an 50 Euro sparst und kein GPS hast – glaube mir, ich weiß nur zu gut wovon ich rede und erinnere mich nicht sehr gerne an den Kauf meines ersten Fischfinders (ohne GPS).

GPS Echolot mit Kartenplotter und Seekarte

Was ist eigentlich GPS? Und was genau sind Kartenplotter?

Die Abkürzung GPS steht für Global Positioning System. Mit dem satellitengestützten System lässt sich der aktuelle Standort auf etwa 10 bis 30 Meter genau bestimmen. Ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt, ist GPS aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Nicht nur das Navigationssystem im Auto funktioniert damit, sondern auch jedes Smartphone unterstützt heute GPS. Die Signale werden an einen Weltraumsatelliten gesendet, der dadurch nicht nur die Position bestimmt, sondern auch die Geschwindigkeit des Bootes.

Kartenplotter sind Schiffsnavigationsgeräte, die genau mit diesem GPS-Signal funktionieren. Sie unterschieden sich von normalen Echoloten darin, dass sie elektronische Seekarten anzeigen, die viele auch für Angler interessante Informationen über das jeweilige Gewässer enthalten.

Vor- und Nachteile von GPS-Fischfindern im Überblick

Vorteile von GPS-EcholotenNachteile von GPS-Echoloten
Erstellung und Speicherung von Wegpunkten (z. B. Hotpots), die mit GPS jederzeit schnell und einfach wiedergefunden werden könnengeringfügig teuer
Aufzeichnen der gesamten Bootsstrecke, die so jederzeit wieder genau so abgefahren werden kann (z. B. beim Schleppangeln)etwas höherer Stromverbrauch durch Zusatzfunktionen
Messen der Bootsgeschwindigkeit
Nutzung von Navionics Seekarten mit der Kartenplotter-Funktion
Erstellung eigener Seekarten
zukunftssicher

Vorteil Nr. 1 von Echoloten mit GPS: Wegpunkte erstellen

Beim Angeln mit Fischfindern und Echoloten sind Wegpunkte die wohl am häufigsten von Anglern genutzte Funktion. Ein Wegpunkt (Waypoint) erfasst auf dem Echolot die exakte GPS-Position, auf der sich das Angelboot gerade befindet. Man kann also mit Hilfe eines GPS-Echolots jederzeit wieder zu genau diesem Wegpunkt zurückfinden.

Die Anzahl der Angelsituationen, in denen diese Funktion extrem hilfreich ist, erscheint unendlich. Einige Beispiele:

  • Angler können mit dem GPS-Echolot bewusst nach interessanten Unterwasserstrukturen wie abfallende Kanten, Barschberge, versunkene Bäume oder Wracks suchen und deren genaue Position speichern, um hier jederzeit zum Angeln zurückzukehren, ohne vorher aufwendig das Gewässer erkunden zu müssen.
  • Angler, die auf großen Gewässer plötzlich vom Nebel überrascht werden, können dank dem zuvor gesetzten Wegpunkt ganz einfach zum Hafen zurück navigieren.
  • Egal wo plötzlich alle Ruten krumm stehen, weil es nur so vor Fischen tummelt, sollte ebenfalls ein Wegpunkt gesetzt werden, auch wenn zuvor keinerlei Fischsicheln auf dem Echolot zu sehen waren. Gerade an neuen Gewässern, die man noch nicht mit dem eigenen Echolot beangelt hat, ist ein derartiges Vorgehen hocheffizient. Bei jedem Fischkontakt wird sofort ein Wegpunkt auf dem Fischfinder gesetzt. Macht man dies lange genug, bekommt man einen sehr detaillierten Eindruck über fängige Regionen in einem Gewässer bzw. solche, die quasi fischleer sind.

Frage doch mal einen professionellen Angler, wie viele Wegpunkte er auf dem Echolot gespeichert hat. Du wirst über die Anzahl erstaunt sein, versprochen!

Vorteil Nr. 2 Spuren bzw. Tracks

Moderne Echolote mit GPS und Kartenfunktion können Spuren (engl. Tracks) anzeigen. Was das genau ist? Auf der Seekarte zeichnet das Echolot eine Spur deiner zurückgelegten Strecke auf und stellt diese auf dem Display des Fischfinders dar. Extrem hilfreich sind Spuren zum Beispiel beim Schleppangeln, um zu vermeiden, dass man zweimal eine erfolglose Strecke abfischt.

Oder wenn man eine erfolgreiche Drift gemacht hat und vor lauter Bissen und Drill-Action natürlich einmal wieder vergessen hat, einen Wegpunkt zu setzen. Mit Spuren auf dem Echolot ist das kein Drama, denn du kannst nun dank der Kartenplotterfunktion eines GPS-Kombi-Fischfinders einfach die exakt gleiche Drift noch einmal abfischen und zwar auf den Meter genau. Einige Echolote mit GPS sind sogar noch genauer!

Spuren und Tracks auf dem Echolot sollte man immer einschalten

Vorteil Nr. 3 von Fischfindern mit GPS: Bootsgeschwindigkeit

Pedal to the metal und mal schauen, was der Kahn so drauf hat? Okay, das mag ein positiver Nebeneffekt eines Fischinders mit GPS zu sein. Viel interessanter ist es aber GPS-Kombis beim Schleppangeln anzuwenden. Die exakte Geschwindigkeit kann hierbei eine ganz entscheidende Rolle spielen, um Köder ideal laufen zu lassen. Auch gibt es Tage, an denen Raubfische besonders stark auf hohe Geschwindigkeiten reagieren, an anderen hingegen extrem langsam geführte Köder bevorzugen.

Ein Echolot mit GPS hilft dabei enorm die optimale Schleppgeschwindigkeit zu ermitteln. Und noch ein Vorteil: Wird diese auf dem Echolot angezeigt, hat man als Angler immer alles im Blick und die Hände frei für den nächsten Biss, anstatt in der Navigationsapp auf dem iPhone herumfummeln zu müssen (am besten noch im Winter mit dicken Handschuhen).

Vorteil Nr. 4 Navionics Seekarten mit der Kartenplotter-Funktion nutzen

Eine Navionics Seekarte gehört zur Standardausrüstung eines vernünftigen Fischfinders. Nicht nur auf Seen und Flüssen, vor allem Angler in Norwegen sowie der Nord- oder Ostsee kommen ohne eine elektronische Seekarte auf ihrem Echolot nicht aus.

Allerdings können nur Echolote mit GPS die elektronischen Seekarten nutzen. Ihre Vorteile liegen klar auf der Hand. Zum einen erlaubt ein Fischfinder mit GPS und Seekarte überhaupt erst die sichere Navigation bei Nebel, in stark befahrenen Schifffahrtswegen oder um Untiefen herum.

Aber die elektronische Seekarte wie von Navionics zum Beispiel bietet noch viel mehr, denn auf den Seekarten kannst du unendliche viele Informationen für Angler finden. Wracks, Untiefen, Bodenbeschaffenheit, steile Kanten, Unterwasserberge oder sonstige Strukturen.

All das ist auf einer Navionics Seekarte integriert. Die nützt dir aber nur etwas, wenn du auch ein Echolot mit GPS-Funktion besitzt. Also, wieder ein Grund mehr für einen GPS-Fischfinder!

Navionics Platinum Seekarte auf Echolot

Vorteil Nr. 5 Eigene Seekarten erstellen

Zugegeben, das Erstellen eigener Seekarten mit dem GPS-Echolot ist die Königsdisziplin, die nur von den Topmodellen von Humminbird oder Lowrance beherrscht wird. Bei Humminbird Onix Fischfindern ist diese Funktion sogar live auf dem Wasser möglich und nennt sich AutoChart Live.

Während das Echolot den Gewässerboden scannt, errechnet die Software des Humminbird Onix daraus direkt eine richtige Tiefenkarte, die sofort und live auf dem Echolot angezeigt wird! Das ist derzeit einmalig, denn mit allen anderen Echolotsystemen wie dem Lowrance Insight Genesis ist es derzeit noch erforderlich, dass die Echolotdaten erst auf dem PC bearbeitet werden müssen, um daraus eine Tiefenkarte zu erstellen.

Fazit: Kaufe lieber ein Echolot mit GPS und Kartenplotter

Wenn du dir ein Echolot kaufen willst, dann spare nicht am falschen Ende. Die zehn Prozent Ersparnis für einen Fischfinder ohne GPS wirst du früher oder später bereuen. Und was machst du dann? Du kaufst dir ein neues Gerät, auf dessen Vorzüge du niemals wieder verzichten willst. Du hast also das erste Echolot ganz umsonst gekauft. Es verstaubt im Keller und das Geld dafür wäre in eine neue Angelrute oder gute Köder besser investiert gewesen.

Die Nutzungsdauer von einfachen Fischfindern ohne GPS beträgt meist nur ein paar Wochen oder Monate, bis ihre Besitzer aufrüsten und sich ein Kombigerät mit GPS und Kartenplotter kaufen. Lerne aus deren Fehlern und greife gleich zum besseren Echolot. Im Endeffekt bist du es, der dadurch spart. Denn die Aufpreise sind verhältnismäßig gering, während der Mehrwert deutlich steigt.

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